Körper und Seele im Einklang: Warum Gesundheit System hat

Vom Dichter Juvenal ist dieser Ausspruch überliefert: “In einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist”. Dennoch vertrauen viele heute der Pharmakologie, wenn es um körperliche Beschwerden geht und der Psychotherapie bei seelischen Leiden. Was sagt eigentlich die moderne Medizin dazu? Und lassen sich diese Bereiche wirklich voneinander trennen?


Beschäftigen sich Menschen mit Cannabidiol, so verbirgt sich dahinter neben der Neugier oftmals ein Leidensdruck. Die meisten Menschen haben heute mit wiederkehrenden Problemen (Müdigkeit, Angstzuständen, Appetitlosigkeit uvm.) zu kämpfen. Manchmal bekommt man zusätzlich eine Diagnose vom Arzt, meistens nimmt man die Beschwerden jedoch als unvermeidliche Symptome unserer menschlichen Existenz hin.


Dass die moderne Medizin (im Gegensatz zur Pharmakologie) diese Probleme in einem anderen Licht sieht, ist die Message, die dieser Artikel übermitteln möchte. Gleichzeitig gibt es von uns wie immer ganz konkrete Anregungen, wie Du den eigenen Körper ganzheitlich zu mehr Wohlbefinden bringen kannst. Auch stellen wir die hochkomplexe Frage, ob Cannabidiol gerade bei Beschwerden, die zwischen Körper und Geist angesiedelt sind, von Vorteil sein kann.


Zwischen Körper und Geist... aber wo?

In den neunziger Jahren haben japanische Kardiologen etwas Ungewöhnliches festgestellt. Einige Herzpatienten wurden mit einer Herzinsuffizienz eingeliefert, die Lähmung des Herzmuskels schien jedoch keinen organischen Grund zu haben. Die Patienten berichteten gehäuft von starkem Liebeskummer, persönlichen Verlusten oder emotionalem Stress, die der Erkrankung vorausgingen. Bei fast allen bildete sich die Erkrankung nach einiger Zeit zurück, das Herz funktionierte einwandfrei. Ereignete sich jedoch erneut ein Schicksalsschlag, kam auch die Krankheit oft wieder zurück. Die Forscher haben ihr den Namen Takotsubo-Syndrom gegeben, sie ist auch als das Broken-Heart-Syndrom bekannt.

Wie kann es sein, dass die Emotionen in unserem Geist sich auf Organe auswirken, die nichts mit dem Geist zu tun haben? In unserem Alltag vergessen wir oft, dass die Unterscheidung zwischen Körper und Seele nur ein vereinfachtes Konstrukt ist. So können wir ein verliebtes Herzklopfen vom Herzklopfen als Symptom einer Unterzuckerung unterscheiden.

Denkt man gezielt darüber nach, verschwindet die Eindeutigkeit recht schnell. Ist Glücklichsein eine Emotion oder das Ergebnis einer Hormonausschüttung (die wiederum durch das Gehirn reguliert ist)? Wenn wir an einem stressigen Tag Bauchschmerzen bekommen, haben wir ein körperliches oder seelisches Symptom? Konkret gefragt: Verschwinden die Bauchschmerzen eher, wenn wir Tabletten nehmen oder wenn wir unsere Psyche beruhigen? Die letzte Frage mag unwichtig erscheinen, doch lass sie uns einmal global stellen - wenn unsere Beschwerden seelische und körperliche Anteile haben, wie sieht dann die richtige Behandlung aus?

- Merke: Die psychosomatische Verbindung von Seele und Körper bedeutet keineswegs, dass alle körperlichen Krankheiten psychisch bedingt sind.

Noch vor einigen Jahrzehnten waren Pharmazeutika die Antwort der Medizin auf alle Probleme. Wie gefährlich eine solche Herangehensweise ist, beweist die Opioid-Epidemie in den USA, die fast eine halbe Million Todesopfer forderte. In der heutigen Medizin findet ein Umdenken statt, den man vielleicht als Rückkehr zu Juvenal bezeichnen kann. Meist wird eine Kombination aus Medikamenten und verschiedenen Therapien verordnet, die sich gegenseitig unterstützen sollen.


Keine Lösung ohne Ursache?


Medikamente sind jedoch im besten Falle wirkungslos, wenn keine organische Ursache für eine Krankheit gefunden wird. Solche somatoformen Störungen sind alles andere als selten. Schätzungen Schätzungen zufolge entwickeln ungefähr 80% aller Menschen im Laufe ihres Lebens eine solche Störung. Insgesamt ein Viertel aller behandelten Patienten suchen den Arzt wegen dieser Erkrankungen auf. Die Dunkelziffer deutet darauf hin, dass die Menschen sich mit den Symptomen abfinden und sie als Teil ihres Lebens betrachten.


Die Symptome sind übrigens genauso vielfältig wie die Leidensgeschichten der Betroffenen. Zu ihnen gehören Erschöpfung, Atmungsprobleme, Schwindelgefühl, diffuse Schmerzen, das Reizdarm-Syndrom und vieles mehr.


Das Unglaubliche dabei: Bei einigen Menschen verschwinden die Symptomebereits nach wenigen Tagen. Bei anderen bleiben sie trotz intensiver medizinischer Betreuung jahrelang bestehen. Ungünstig auf den Krankheitsverlauf wirken sich vor allem rein psychosoziale, geistige Faktoren aus, kaum körperliche. Zu ihnen gehören insbesondere soziale Probleme, dauerhafte Belastungen auf der Arbeit oder in der Familie sowie die Neigung zum Schwarzsehen.


Diesen Zusammenhang kennen die Ärzte natürlich schon längst. Deshalb wird bei somatoformen Störungen oft zu einer Psychotherapie geraten und gerne auch mal unkonventionelle Therapiemethodenausprobiert. Wir haben uns diese angeschaut und daraus einige Tipps entwickelt, die Du selbst gegen geistige und körperliche Belastungen im Alltag anwenden kannst.



Tipp 1: Übe Dich in Gelassenheit

Einen stählernen Willen und einen starken Geist bekommt man nicht von heute auf morgen. Umso wichtiger ist es also, sich täglich in Gelassenheit zu üben. Reflektiere über die Situationen, auf die Du normalerweise mit Stress, Wut oder Frust reagierst. Frage Dich, wie Du das zugrundeliegende Problem nachhaltig lösen kannst. Wenn das unmöglich scheint, lohnt es sich oft, dieSituation einfach anzunehmen. Niemand ist perfekt, weder Deine Mitmenschen noch Du selbst.


Einen interessanten Ansatz hat der Philosoph Arthur Schopenhauer vorgeschlagen. Er erinnert uns daran, dass die Welt, wie wir sie kennen, von unserer Vorstellung und unseren Sinnesorganen gebildet ist. Deine Realität unterscheidet sich oftmals radikal von derjenigen Deiner Mitmenschen. Das bedeutet keineswegs, dass du alle Marotten Deines Partners oder Deiner Freunde akzeptieren sollst. Oft merken sie die Eigenschaften, die Dich stören, nämlich gar nicht. Hier wirkt ein klärendes Gespräch und eine offene Kommunikation oftmals Wunder.


Natürlich lassen sich nicht alle Probleme auf diese Weise lösen. Auch ist es wichtig, sich selbst und seine eigenen Grenzen zu verteidigen. Dafür sollte man auch Streit und Stress in Kauf nehmen. Oftmals sind es jedoch zahlreiche kleine Begegnungen und Momente, die über den Tag verteilt den Alltagsstress hochkommen lassen.


Tipp 2: Entspanne Deinen Körper

Dieser Tipp hat so einiges in sich, gibt es doch so viele Wege und Methoden zur Entspannung. Am einfachsten ist es, auf gleichmäßige Atmung zu achten. Fokussiere Dich dazu bewusst auf die Hebung und Senkung des Brustkorbs und zähle Deine Atemzüge. Wird die Atmung in Stresssituationen nämlich normalisiert, führt das zur sofortigen Entspannung des Körpers.


Ärzte empfehlen gerne die progressive Muskelentspannung. Sie ist einfach in der Anwendung und ihre positive Wirkung wurde am besten erforscht. Dieses von Edmund Jacobson konzipierte Entspannungsverfahren eignet sich ideal, um Stress zu senken, Angstzustände oder Schmerzen zu lindern. Lege oder setze Dich dafür zuerst auf ein bequemes Möbelstück. Dann spannst Du zuerst Deine Handmuskeln an und entspannst sie nach wenigen Sekunden wieder. Dasselbe machst Du mit der Armmuskulatur, arbeitest Dich zu den Gesichtsmuskeln hoch und gehst dann über den Rücken zu den Beinmuskeln runter. Je mehr Muskelgruppen Du dabei einbeziehst, desto wirksamer ist die Entspannung.


Tipp 3: Fokussiere Dich auf die Stärke, nicht auf die Schwäche

Dieser Tipp mag sich unrichtig anfühlen, doch manchmal tut es gut, die Symptome zu ignorieren. Das gilt natürlich nur für leichte und mittelschwere Symptome, die länger andauern und schon ärztlich untersucht sind. Fokussiert man sich nämlich zu stark auf die Beschwerden, wird die seelische Grundstimmung negativ beeinflusst, Ängste treten vermehrt auf. Mit dem Körper geht man dermaßen behutsam um, dass man eher liegen bleibt, als sich wieder körperlich zu betätigen - obwohl der Arzt es erlaubt. Symptombezogene Aktivitäten wie Krankengymnastik beschleunigen jedoch den Heilungsprozess. Will man sich also zu sehr schonen, verlängert man oftmals nur die Krankheitsdauer. Dasselbe gilt natürlich auch für zahlreiche psychischen Symptome.


- Achtung: Unter Umständen kann Überbeanspruchung die Symptome verschlimmern, statt sie zu lindern. Sprich körperliche Aktivitäten also immer zuerst mit Deinem Arzt ab!



Wenn Körper und Geist Alarm schlagen - kann CBD helfen?

Häufig wird die Frage aufgeworfen, ob Cannabidiol Beschwerden lindern kann, die sich am Schnittpunkt von Körper und Geist befinden.


Einiges könnte dafür sprechen. So bescheinigt die Forschergruppe um Esther Blessing dem CBD ein Potenzial zur Behandlung von Störungen, die mit Angst, Zwängen und posttraumatischem Stress verbunden sind. Auch schmerzlindernde und beruhigende Eigenschaften werden vermutet. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Übelkeit durch die Einnahme von CBD verringert werden kann. Dies ist besonders für Betroffene von somatoformen Störungen interessant, handelt es sich bei Übelkeit doch um ein häufiges Begleitsymptom. In einem unserer Artikel kannst Du mehr über die möglichen Vorteile von CBD erfahren. Dort findest Du auch Verlinkungen zu den Studien, aus denen wir die Forschungsergebnisse beziehen.


- Schon gewusst: Eine Studie der Forschergruppe um Scott Shannon weist darauf hin, dass CBD die durchschnittliche Schlafqualität (Sleep Score) einer Testgruppe um 67% erhöht hat. Schlafstörungen gelten sowohl als Symptom wie auch als Mitursache somatoformer Störungen.


Gleichzeitig steckt die Erforschung von CBD noch in den Kinderschuhen. So haben Bleckwenn et. al. medizinisches Cannabis eingesetzt, um Übelkeit bei einer somatoformen Störung erfolgreich zu behandeln. Natürlich ist das Ergebnis nicht ohne Weiteres auf CBD übertragbar, enthält Cannabis doch auch andere Cannabinoide (auch wenn CBD 40% des Cannabis-Extraktes ausmacht ). Allerdings ist auch auffällig, dass eine vergleichbare Studie für CBD fehlt. Es bleibt zu hoffen, dass die CBD-Forschung in Zukunft stärker von staatlicher Seite unterstützt wird. Bis dahin bleibt das enorme Potential von CBD vermutlich unausgeschöpft.


Auch zur effektivsten Einnahme sind für somatoforme Störungen wenig gesicherte Informationen verfügbar. So empfiehlt das vom Humboldt-Verlag herausgegebene Hanf- und CBD-Gesundheitskochbuch, dem CBD Lavendelöl beizumischen. Dadurch lasse sich der Entourage-Effekt bei somatoformen Erkrankungen am effektivsten ausnutzen. Natürlich ist auch diese Info ohne Gewähr.


Die Anwendung von CBD bei somatoformen Störungen ist weitaus weniger dokumentiert als die Anwendung bei Angststörungen, Depressionen, Schlafstörungen oder Psychosen. Dies liegt vermutlich daran, dass sich die Wissenschaft immer noch bei Erkrankungen schwertut, die sich nicht distinkt im Bereich des Körperlichen oder des Seelischen verorten lassen. Dennoch bleibt festzuhalten, dass die potenziellen Vorteile einer CBD-Behandlung die Nachteile deutlich überwiegen. So ist es auch verständlich, warum Betroffene, die bereits seit Jahren unter somatoformen Symptomen leiden, ein besonderes Interesse an CBD-Produkten haben.